Demokratisches Miteinander und Medienkompetenz

Die ersten Qualifizierungsseminare für das Berufsbildungspersonal erfolgreich abgeschlossen.

Das Logo der Fachstelle "Fachpersonal" des Kompetenznetzwerks "Demokratieförderung in der beruflichen Bildung".

Im November hat die Fachstelle Fachpersonal im Kompetenznetzwerk „Demokratieförderung in der beruflichen Bildung“ die ersten Qualifizierungsseminare für das Berufsbildungspersonal mit Ausbilder*innen und Berufsschullehrkräften erprobt. Insgesamt sind jeweils drei Seminare für Ausbilder*innen und drei Seminare für Berufsschullehrkräfte bis 2024 geplant.  

Auf der Basis einer mehrstufigen Bedarfsanalyse wurden 2020 die Themen der Qualifizierungen ermittelt, die in Zusammenarbeit mit Partner*innen – dem Qualifizierungsförderwerk Chemie (QFC), der Gemeinnützigen Bildungsgesellschaft der GEW Hessen (lea) und dem Fachausschuss der Fachgruppe Berufsbildende Schulen der GEW Hessen – erarbeitet wurden.

Ab 2022 werden die Qualifizierungsseminare als transferorientierte Broschüren unter freier Lizenz online erhältlich sein.  Die Transfer- und Beratungsstelle der Fachstelle bietet zusätzlich Schulungen und Beratung zur Umsetzung der Qualifizierungsseminare in eigenen Einrichtungen an. Unter demokratiefoerderung[at]​gelbehand.de können Anfragen gestellt werden.

Das erste Modul der Seminarreihe für Ausbilder*innen unter dem Titel „Demokratisches Miteinander“ widmete sich dem Thema „Wie können wir im betrieblichen Alltag demokratische Werte (vor-)leben und fördern?“. Die Qualifizierung konzentrierte sich auf die Bestärkung des persönlichen Demokratieverständnisses im betrieblichen Alltag, das Kennenlernen von Möglichkeiten der täglichen Vermittlung von Demokratiethemen mit Auszubildenden und das Erkennen und den Umgang mit potentiell demokratiefeindlichem Gebaren. Timo Koesling, Leiter der technischen Ausbildung bei der Trimet Aluminium SE in Essen und Teilnehmer am Seminar berichtet: „Neben den Fachlichen Inhalten wurde mir beim kollegialen Austausch wieder bewusst, dass viel zu wenig Förderung demokratischen Denkens und Handelns in den Schulen betrieben wird und ich als Ausbilder unbedingt mit Auszubildenden weiterhin dieses Thema jährlich aufs neue angehen muss. Auch danach, bei den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb, endet diese Aufklärungsarbeit nicht, da zu viele Menschen vergessen haben, was wir der Demokratie in Deutschland zu verdanken haben und das demokratische Handeln wieder fördern müssen.“

Das erste Seminar für die Berufsschullehrkräfte behandelte das Thema „Menschenfeindlichkeit im Netz begegnen. Demokratische Kompetenzen von Berufsschüler*innen im digitalen Raum stärken“. Die Schwerpunkte des Seminars waren das Medienkonsumverhalten von Berufsschüler*innen, die Bedeutung demokratischer Werte im digitalen Raum und die Umgangsstrategien und Möglichkeiten der unterrichtlichen Thematisierung von Diskriminierung im Netz. Die Lehrerin Cornelia Otto berichtet: „Ich bin schon etwas älter und in der Nutzung der sozialen Medien eingeschränkt, sofern war es für mich hilfreich, so eine Einführung zu bekommen, wie die sozialen Medien funktionieren, wie die Kommunikation in den sozialen Medien funktioniert und wie sie von jungen Leute auch verwendet werden.“